Paradox

Titel: Paradox
Autor: André McFly
Username: André McFly
Wortanzahl: 5487
Charaktere: Captain Jack Harkness, der 4. Doctor, Romana II
Genre: Splatter/Pseudo-Detektiv-Geschichte
Spoiler: /
Bemerkungen: Spielt zwischen Children of Earth und Miracle Day
Inhalt: Jack hat gerade erst seinen Enkel geopfert um die Menschheit zu retten und muss nun einem neuen Albtraum ins Auge sehen. Währenddessen sind der Doctor und Romana einem Geheimnis auf der Spur, welches die beiden nach Italien führt…

jack

 

Doctor Who – Paradox

von André McFly

 

„Was genau habe ich dir getan?“ keuchte Jack, nahezu unverständlich, da sich sein Mund mit einem ganzen See frischen Blutes gefüllt hatte. Doch sein Peiniger hörte nicht auf. Wieder und wieder schlug dieser auf den an der Wand angeketteten, einstmals so stolzen Captain ein.
„Sag mir doch bitte waru-“ Er konnte diesen Satz nicht beenden, denn der nächste Schlag traf Jack so heftig, dass er ohnmächtig wurde. Ein abschätziges und verachtendes Seufzen entfloh seinem Peiniger, als dieser sich abwandte und zu einem Generator ging, der an der Wand des dunklen Kellerraumes stand und dessen Kabel offensichtlich unter den zerrissenen und von Blut durchtränkten Kleidungsstücken von Jack, an dessen Haut, endeten.
„Wir sind noch lange nicht fertig…“ murmelte der unbekannte Mann und schaltete den Generator ein. Jack schrie auf, doch es sollte ihn niemand weit und breit hören.

„Doctor, bist du dir sicher, dass ich nicht mitkommen soll?“ Romana fiel es oft schwer mit ihrem Begleiter Schritt zu halten und dieses Mal schien der fast 800 Jahre alte Time Lord noch aufgeregter und hektischer als normalerweise schon. Scherzend dachte sich Romana noch, dass der Schal des Doctors zum Glück lang genug ist, um an dessen Spitzen noch erahnen zu können, in welche Richtung der TARDIS-Gänge der Doctor schnellte. Aber der Doctor schien nicht zum Spaßen aufgelegt zu sein. Eine beunruhigte und nachdenkliche Miene durchzog sein Gesicht, was schließlich auch Romana bemerkte, woraufhin sie es unterließ noch einmal nachzuhaken, warum genau der Doctor wollte, dass sie unbedingt in der TARDIS bleiben sollte.
„Nicht gut… gar nicht gut“ murmelte er und betrat, gefolgt von Romana, wieder den Konsolenraum.
„Willst du mir wenigstens sagen, was nicht gut ist?“ Romana überholte den Doctor und stellte sich fordernd vor ihn „seitdem du vorhin auf den TARDIS Monitor geschaut hast, benimmst du dich seltsam.“
„Romana, nicht jetzt!“ bellte er sie an, vermutlich barscher als er es beabsichtigt hatte und wich ihren Blicken aus. Er warf seinen Schal zurück und stellte sich an die Konsole der alten Zeitreisemaschine, welche sich offensichtlich noch im Flug befand.
„Was für eine Anomalie kann solche Werte hervorrufen? Es ist fast so als wollte etwas… oder jemand… meine Aufmerksamkeit…“ murmelte der Doctor, allerdings mehr zu sich selbst, wie Romana feststellte, denn er würdigte sie weiterhin keines Blickes. Ruckartig zog er an einem Hebel und ließ den Monitor vor sich nicht aus den Augen. Romana stellte sich neben ihn.

„Erde… Das Jahr Zweitausendneun“ Las sie vom Bildschirm ab und bemerkte etwas ungewöhnliches unterhalb der Zeit- und Raumkoordinaten „Doctor… was bedeutet das? Wie kann so etwas möglich sein? Eine Zeitkrümmung diesen Ausmaßes, komprimiert auf so einen kleinen Punkt?“ Jetzt erst schien der Doctor zu wirklich realisieren, dass er nicht allein war. Er drehte sich zu Romana, sagte aber keinen Ton. Es war als betrachtete er sie von oben bis unten um abschätzen zu können, was er mit ihr anfangen sollte.
„Du wirst hier bleiben-“ begann er, wurde aber sofort von Romana unterbrochen.
„Das sagtest du bereits!“
„Du wirst hier bleiben, weil ich dich hier brauche“ beendete er seinen Satz und fuhr fort „Diese Zeitanomalie, sie zieht mich förmlich an. Aber ich kann nicht mit der TARDIS in ihrer Nähe landen. Sie würde sich dagegen wehren. Ich brauche dich in der TARDIS. Denn, was auch immer diese Ereignis auslöst, es darf sich nicht um die TARDIS ausbreiten. Sollte dies ein instabiler Raum von unkontrollierter Zeit sein, welcher sich um die TARDIS herum ausbreitet, würde dies mit dem Link zum Auge der Harmonie kollidieren und in einer gewaltigen Implosion alles verschlingen was in diesem Sonnensystem auch nur den Anschein einer Existenz hat.“ Romana verstummte, überlegte kurz und fügte auf dieses rosige Zukunftsbild nur ein schnippisches „Also alles wie immer“ hinzu. Der Doctor wandte sich, die Worte von Romana ignorierend, wieder der TARDIS-Konsole zu und kurz darauf landete die Zeitreisemaschine.
„Sollte mir irgendetwas passieren, bist du die einzige, welche die TARDIS von hier wegfliegen kann.“
„Dann bleibe ich hier und warte auf deine Anweisungen.“ Antworte Romana mit aufgesetzt frommer Miene und deutete auf das Kommunikationspanel der Konsole. Der Doctor wühlte in einer seiner vielen Manteltaschen, holte ein Gerät heraus, was eine seltsame Ähnlichkeit mit einer blechernen Banane hatte, tippte dieses an, woraufhin einige Piep Töne aus dem Gerät klangen, tippte daraufhin auf seinen Hut, was für Romana ein Zeichen des Abschieds war und diese mit einen Nicken quittierte – und verließ die TARDIS.

Jack schrie vor Schmerz. Sein unbekannter Peiniger hatte ihm einen Finger nach dem anderen gebrochen. Dies wäre nicht so schlimm, wenn der Heilungsprozess nicht mindestens genauso schmerzhaft wäre, wie der Bruch selbst.
„Es bringt nichts mich zu töten…“ stammelte Jack durch die paar Zähne, die noch in seinem Mund waren. Sein Folterer blickte belustigt herein. Er schritt auf ihn zu und Jack konnte einen deutlichen Blick auf dessen Gesicht werfen, als er in den Mondschein trat, welcher durch das Kellerfenster schimmerte.
„Dich töten? Wenn ich dich töten wollen würde, wäre ich jetzt nicht hier. Außerdem weiß ich, dass es keinen Effekt auf dich hat.“ Jack blickte in die Augen seines Gegenübers, welche ihn so hasserfüllt anstarrten, dass Jack dieser Blick mehr Schmerzen bereitete, als alles andere.
„Obwohl…“ sagte der Mann und grinste diabolisch „…was dich umbringt, tötet dich vielleicht nicht permanent, aber es sollte dir doch trotzdem ein wenig wehtun… so ein kleiner… Pieks?“ Er lachte auf und rammte Jack ein Messer ins Herz, woraufhin dieser stumm aufschrie, bevor ihm schwarz vor Augen wurde. Jacks Mörder betrachtete den leblosen, an Ketten aufgehängten Leib und schaute auf seine Uhr. Wieder zu Jack. Wieder zur Uhr. Dann plötzlich durchfuhr Jacks Körper ein Zucken und er atmete tief schnaufend auf. Jack blickte sich um, er brauchte einen Moment um zu verstehen wo er war.
„Willkommen zurück, Captain! Es wird ein kurzes Gastspiel…“ lachte der Peiniger, ging auf Jack zu und schlitzte ihm die Kehle auf.

„Venedig?!“ stellte der Doctor fest, als er die TARDIS verließ. Es war tiefste Nacht. Er entfernte sich von der TARDIS und folgte dem stetigen Piepen seiner Blechbanane durch die engen Gassen der Stadt der tausend Flüsse. Er dachte daran, wie sehr es Romana lieben würde, durch diese Stadt zu wandern, vor allem da sie gerade erst in Paris gewesen sind, und fühlte sich ein wenig schlecht, weil er sie dazu verdonnert hatte, in der TARDIS zu bleiben. Die Blechbanane piepte nun lauter, also bog er in eine dunkle Gasse ab, welche aber in einer Sackgasse mündete.
„Hier?“ fragte der Doctor das blecherne Gerät in seiner Hand und schaute sich verdutzt um.
„Hier ist doch gar nichts?“ blaffte er das Gerät an und schlug mehrmals mit der flachen Hand dagegen, um sich zu überzeugen, dass keine Fehlfunktion vorlag. Aber die Blechbanane piepte weiterhin im selben Ton und Rhythmus wie zuvor. Der Doctor wühlte wieder in seiner Jackentasche und zog eine Taschenlampe hervor. Er leuchtete die enge Sackgasse um sich herum ab und schließlich fiel sein Blick auf eine Seite der Mauer. Dort glitzerte etwas. Er näherte sich der Wand und identifizierte das Glitzern schließlich als Blutfleck. Ein riesiger Blutfleck. Aber nicht nur Blut… auch… – Der Doctor wich zurück – Fetzen… eines… Gehirns… und Haut… und Haare… . Hier wurde jemandem in den Kopf geschossen. Der Doctor blickte sich um, so wollte er auf keinen Fall, dass ihm jemand an diesem Tatort entdeckt und womöglich die falschen Schlüsse zieht. Er holte ein kleines Gläschen hervor und nahm eine Probe des Blutes damit auf. Daraufhin verließ er schnurstracks den Tatort und machte sich auf zurück zur TARDIS. Das Spürgerät, welches die Zeitanomalie aufspüren sollte hatte ihn dorthin geführt – das konnte kein Zufall sein. Mit dem Blut muss irgendwas nicht stimmen.

Jack blickte durch das eine, dicht geschwollene Auge, welches er noch besaß. Sein anderes Auge lag zertreten vor ihm. Er konnte nicht sprechen, wie auch, wenn ihm die Zunge rausgeschnitten wurde? Aber er ließ seinen Peiniger trotzdem nicht eine Sekunde aus dem Auge.
„Du blutest, du fühlst, du stirbst, und doch muss ich nur einmal kurz blinzeln und schon bist du wieder derselbe alte Hurenbock, der du immer warst. Was ist das für eine Welt, wo jemand wie du das Geschenk des ewigen Lebens hat und Kinder sterben müssen?“ Der Mann strotze vor Verachtung und spuckte Jacks, fast beiläufig, in dessen blutverschmiertes Gesicht. Langsam merkte Jack, wie er wieder durch zwei Augen sehen konnte und auch seine Zunge schien nachgewachsen zu sein.
„Hast du… Kinder?“ fragte Jack, um den letzten Kommentar des Folterers aufzugreifen.
„WIE KANNST DU ES WAGEN?“ schrie dieser und schlug so heftig mit einen Holzbalken auf Jack ein, dass er erst dessen Kiefer und nachfolgend sein Genick brach.

Romana folgte den Doctor in einen kleinen Raum der TARDIS, den sie vorher noch nie betreten hatte. In diesem Raum stand einzig und allein nur etwas, was mit einer Decke abgedeckt war, aber an eine Säule erinnerte. Der Doctor nahm die Decke ab und zum Vorschein kam eine Art Becken. Ja, Romana fand es sah aus wie ein futuristisches Taufbecken. Oben eine Schale die man mit Wasser füllen kann, aber untenrum allerlei Schalter, Knöpfe und Verkabelungen. Der Doctor holte das Gläschen mit dem vorher abgefüllten Blut hervor und goss dieses in die Schale, woraufhin sich die Schale zu drehen begann und ein holographischer Bildschirm an der Wand des Raumes erschien.
Der Doctor prüfte aufmerksam das Ergebnis und sagte schließlich enttäuscht: „Da benutze ich endlich, nach all diesen Jahren mal den Zeittropfenkompensator und dann ist das nur stinknormales Menschenblut.“
„Zeittropfenkompensator?“ fragte Romana verdutzt und der Doctor fügte hinzu: „Wenn du einen besseren Namen für ein Gerät hast, welches flüssige Zeit untersuchen kann, auch wenn es so etwas wie flüssige Zeit, soweit wir wissen, gar nicht gibt und niemals geben kann, dann nur raus mit der Sprache.“
Romana schüttelte verwirrt den Kopf.
„Das hier“ sagte der Doctor und deutete auf das Blut in der Schale „habe ich an der Stelle gefunden, zu der mich das Anomalien Suchgerät geführt hatte. Es steht in einer Verbindung mit den seltsamen Angaben, welche die TARDIS anzeigte. Aber es ist stinknormales Blut. Nichts Besonderes.“
„Vielleicht“ begann Romana und schritt einen Schritt auf den Doctor zu „vielleicht ist nicht das Blut das besondere, sondern der Mensch dem es gehört?“
„Und dieser ist, sollte er kein medizinisches Wunder sein, mit allergrößter Wahrscheinlichkeit, tot.“

„Im Grunde bist du ein Regenwurm“ murmelte Jacks Peiniger „Ich kann dir sämtliche Gliedmaßen, ja sogar alles unterhalb deines Kopfes abschneiden und es wächst wieder nach.“
„Das macht mich nicht zu einem Regenwurm, sondern einer Eidechse. Regenwürmer kann man teilen und dann hat man zwei, aber es wächst nichts nach. Bei einer Eidechse allerdings…“
„HALT DIE FRESSE!“ unterbrach ihn der Mann und hackte Jack einen Fuß ab. Er hielt das abgetrennte Stück vor Jacks Gesicht, dann warf er es auf einen Stapel von bereits abgetrennten Körperteilen und fügte im ruhigen Zorn hinzu: „du bist keine Eidechse, du bist ein Wurm. Ein rumhurender, mörderischer Wurm! Ich frage mich, was mit Würmern passiert wenn man sie Benzin trinken lässt und dann ein Feuerzeug unglücklich in ihre Nähe bringt?“

„Ich habe diesen Konsolenraum immer geliebt.“ Sagte Romana, als sie und der Doctor den kleinen Sekundärkonsolenraum der TARDIS betraten, welcher komplett in Holz gestaltet war. Der Doctor fuhr sanft mit der Hand über die Holzlehne, welche um die Konsole herum angebracht war, aber erwiderte keinen Ton. In seiner Hand hielt er das Fläschchen mit der Blutprobe. Er untersuchte die Holzkonsole, tastete, klopfte – und fand schließlich, was er gesucht hatte. Fast ein wenig triumphierend grinsend, öffnete er eine kleine Luke und steckte das Fläschchen in die nun zum Vorschein gekommene Öffnung.
„Schauen wir doch mal“ begann der Doctor zu murmeln „schauen wir doch mal, ob wir nicht doch etwas über dich herausfinden können…“

Jack kam wieder zur Besinnung. Er konnte nicht mehr mitzählen, wie oft er schon gestorben war, alleine in den letzten Tagen. Er konnte nicht mitzählen, wie viele Körperteile er schon verloren hatte, wie oft er erblindete, wie oft er sich gewünscht hatte, dass das alles endlich ein Ende hatte. Ja ein wenig hatte er sich sogar gewünscht, er würde tot bleiben. Und dann aber fragte er sich, ob dies nicht genau das ist, was der ihm unbekannte Mann von ihm wollte. Jack blickte auf. Obwohl seine Wunden geheilt waren, waren seine Augen vom Blut ganz verklebt. Er konnte es nicht wegwischen, seine Hände waren nach wie vor angekettet. Seine Kleidung war komplett in Rot getränkt und ein kleiner Fluss von Blut führte von Jack weg in einen kleinen Gulli, der mittig im Raum war. Daneben, auf einen dreibeinigen Hocker, dessen Füße im Blut versunken waren, saß Jacks Folterer. Er schenkte Jack keine Aufmerksamkeit, sondern schien seltsam abwesend mit seinen Augen dem Blutfluss zu folgen.
„Jack… Captain Jack…“ keuchte er schließlich und seine Augen warfen Jack einen von Hass zerfressenen Blick zu „der große Captain Jack. Der immer versucht, das richtige zu tun, ohne Rücksicht auf Verluste. Wohl wissend, dass ihm selbst nie etwas passieren wird.“
„ICH HABE AUCH VERLUSTE HINNEHMEN MÜSSEN, IN MEINEM LANGEN LEBEN!“ schrie Jack wütend auf. Er erwartete für seine Widerworte wieder gefoltert und getötet zu werden, doch dieses Mal brach sein Gegenüber ihn hohles Gelächter aus.
„Du? Was für einen Verlust musstest du schon hinnehmen? Dass dein schwuler Lover wegen dir abgekratzt ist, als du dich gegen eine übermächtige Alienrasse gestellt hast, ohne irgendetwas in der Hinterhand zu haben? Nennst du das einen Verlust?“
Jack erstarrte. Wer auch immer dieser Typ war, er kannte ihn. Er kannte ihn wirklich.
„…Ich…“ begann Jack und schaute dem Peiniger nun tief in die Augen „… ich habe nicht nur Ianto verloren. Ich habe schon zuvor viele Freunde verloren. Ich habe nie etwas wirklich besessen. Und schließlich musste ich auch mit ansehen, wie mein eigenes Enkelkind vor meinen Augen starb.“
Hier hatte er wohl einen wunden Punkt getroffen. Wütend sprang der Mann auf und trat seinen Hocker gegen Jack, der diesen am Kinn traf und eine Platzwunde hinterließ, welche kurz darauf wieder zu heilen begann. Der Mann zückte ein Messer und rammte es Jack in die Schulter.
„Du hast ihn nicht verloren. Du hast ihn getötet. Du hast meinen Steven getötet!“
Jack durchfuhr es wie ein Blitz, als er schließlich verstand, wer da vor ihm Stand und warum er in dieser Situation war.

„Nun, jetzt wird es so richtig merkwürdig.“ Seufzte der Doctor und ging an Romana vorbei, auf die andere Seite der Holzkonsole. Romana folgte ihm mit den Augen.
„Offenbar will die TARDIS nicht, dass ich der Person, wer immer sie auch ist, der dieses Blut gehört, zu nahe komme. Oder SIE will ihr nicht zu nahe kommen. Was es auch immer mit dieser Person auf sich hat, es scheint so, als würde die Zeit sich um sie herum krümmen. Ich weiß nicht, wer oder was sie ist. Aber nicht einmal ein Time Lord könnte sowas verursachen. Als wäre der Inhaber dieses Blutes ein laufendes Paradox.“ Romana tat so, als würde sie verstehen, was der Doctor da redete. Manchmal war es besser, einfach zuzustimmen, wenn der Doctor Sachen erzählte, zu denen ihr die Zugangspunkte komplett fehlten.
„Wäre es dann nicht vielleicht besser, wenn wir einfach wegfliegen und nicht weiter darüber nachdenken?“ sagte sie schließlich.
„Aber was auch immer, wer auch immer, das ist – es hat versucht uns zu kontaktieren. Vielleicht unbewusst, vielleicht ungewollt, aber die TARDIS wurde über diese Anomalie informiert.“
„Was willst du nun tun?“
„Das einzige, was mir übrig bleibt.“ Antworte der Doctor, warf seinen Schal zurück und flog mit der TARDIS in die Atmosphäre der Erde, wo sie stehen blieb. Ein Bildschirm an der Konsole scannte die Erde ab.
„Wonach suchst du?“ fragte Romana, während sie den Scanner beobachtete.
„Alles.“ Antwortete der Doctor knapp.
„Alles?“
„Alles, was auch nur in irgendeiner Weise die Zeit beeinträchtigt. Davon das stärkste Signal und dieses vergleiche ich mit der Fundstelle des Blutes.“
Romana nickte verstehend und blickte wieder auf den Monitor. Die Konsole piepte auf. Der Bildschirm zoomte heran und zeigte nun auf etwas, was aussah wie ein Friedhof.
„Da ist die Quelle. Und das ist sehr nah an der Fundstelle des Blutes.“ Sagte der Doctor und tippte wiederholt auf den Bildschirm, als wollte er es für sich selbst nochmal bestätigen.
„Dann fliegen wir dort nun hin?“ fragte Romana und der Doctor nickte, fügte aber hinzu „Dafür brauchen wir diesen Raum aber nicht mehr.“ Zusammen gingen sie wieder zurück in den normalen Konsolenraum und gaben die Zielkoordinaten ein. Zwei Knöpfe, ein Schalter, und schon sollten sie auf den Weg sein. Doch nichts geschah.
„Damit habe ich gerechnet…“ Der Doctor rümpfte die Nase „Sie will nicht.“
„Wegen der Zeitanomalie?“ fragte Romana verstehend und bekam sofort Recht.
„Nun dann, meine liebe TARDIS, machen wir das ganze halt manuell!“ grinste der Doctor auf, drehte an Schaltern, bewegte Hebel und versetzte die Maschine schließlich in holprigen Gang.

Jack wusste nun, wer da vor ihm stand. Es war sein ehemaliger Schwiegersohn. Joe Carter. Der Vater von Steven Carter, seinem Enkel, den er opfern musste um die Menschheit vor den 456 zu retten. Er war Joe nie persönlich begegnet, da dieser schon früh seine Familie verließ und nach Italien zog. Aber, soweit Jack wusste, brach Joe nie den kompletten Kontakt ab, sondern meldete sich jeden Geburtstag und jedes Weihnachten bei Steven.
„Es tut mir leid“ hustete Jack.
„Was tut dir leid“ erwiderte Joe schnippisch.
„Es tut mir leid, dass dein Sohn sterben musste.
„Es tut dir wohl eher leid, dass ich herausgefunden habe, dass du meinen Sohn getötet hast.“
„Joe… ich-…“
„Tu nicht so als würdest du mich kennen!“ unterbrach ihn Joe und schlug ihn mit der Faust ins Gesicht.
„Ich weiß wer du bist und ich weiß, warum du das tust“ sprach Jack weiter, im ruhigen Ton „Aber ich kann nicht sterben. Niemals.“
„Aber du kannst leiden“ erwiderte Joe und trat nun nahe an Jacks Gesicht.
„Und ich hoffe du leidest zumindest so lange, wie mein Leben andauert. Damit ich weiß, mit jeder Sekunde, in der ich Luft einatme, geht es dir schlecht. Das ist alles was ich will. Eine Lebenszeit in Qual für deine Taten!“ Joe ließ Jack wortlos hängen wich wieder von ihm.
Jack überlegte was er sagen sollte. Schließlich rief er Joe zu: „Aber du kannst mich nicht ewig foltern!“ Joe blickte zu Jack hinüber, zückte eine Pistole und bevor er ihm in den Kopf schoss, sagte er trocken: „Kann ich nicht?“

Als Jack wieder zu sich kam, war er nicht mehr im selben Kellerverließ wie zuvor. Es war kalt, feucht, aber viel windiger als zuvor. Er war auch nicht mehr an Ketten aufgehängt, sondern lag gefesselt auf dem Rücken.
„Weißt du, was ich ganz erstaunlich finde?“ sagte Joe und betrat Jacks eingeschränktes Blickfeld.
„Mein extrem gutes Aussehen?“ scherzte Jack und bekam prompt die Quittung für diesen Kommentar, durch den Abdruck von Joes Schuhsohle im Gesicht.
„Dass du nur wieder auferstehst, wenn du leben kannst. Offenbar hat dein Körper eine Schutzfunktion, die verhindert, dass du dort wiederauferstehst, wo leben nicht möglich ist. Wenn man deinen Körper nun also ins All werfen würde, würdest du durch dieses schweben, als lebende Leiche, ohne die Möglichkeit wieder aufzuerstehen – zumindest bis du in eine Atmosphäre mit gelangst, in der du atmen könntest. Aber für die Zeit, wo dir keine Luft zur Verfügung steht, bleibst du einfach tot.“ Erklärte Joe, doch bemerkte er an Jacks Gesichtsausdruck, dass er dem Captain hier nichts neues erzählte.
„Und nun?“
„Nun“ sagte Joe und beugte sich über Jacks Gesicht „Nun sorge ich dafür, dass du auf ewig Leben kannst. Und sterben. Und leben. Und sterben.“ Joe stopfte Jack einen Lappen in den Mund und umschloss ihn dann mit Klebeband, welches er um seinen Kopf herum wickelte. Danach band er Jack komplett an eine runde Steinplatte, und befestige dessen Kopf so stark daran, dass Jack sich nicht mehr bewegen konnte. Keinen Millimeter. Mit einem Tritt trat er die Platte um, so dass Jack nun wieder auf dem Rücken, gefesselt an der Steinplatte lag. Völlig bewegungsunfähig. Joe kramte in einer Tasche, die hinter ihm lag, zog mehrere dünne Rohre heraus und steckte sie ineinander. Nun hielt er ein langes, dünnes Rohr in der Hand, welches auf der einen Seite zwei Öffnungen hatte. Diese zwei kleinen Öffnungen rammte er in Jacks Nase. Jack begriff sofort, was das sollte. Es war eine Art Schnorchel. Schwer war es für Jack nun nicht mehr, sich zu denken, was als nächstes passieren würde. Und er begriff auch wo er nun war. In einem Erdloch. Dank einer Leiter kletterte Joe aus dem tiefen Loch und stand nun auf dem großen Friedhof. Der Friedhof war gar nicht so alt, die meisten Gräber waren aus diesem Jahrtausend. Und eigentlich war es gar nicht üblich, dass auf so einem modernen Friedhof noch Familiengruften gebaut werden – Aber wenn genügend Geld winkt… Es war für Joe die perfekte Gelegenheit Jack ein für alle Mal loszuwerden. Morgen würden die Bauarbeiten an der Familiengruft, welche komplett aus Beton und Marmor bestehen würde, weitergehen und Joes persönliche Aufgabe, von seiner Baufirma, war es den Boden dafür schon fertig zu betonieren. Das kam Joe natürlich sehr passend. Sobald er das Erdloch, in dem Jack lag, mit Beton zugeschüttet hätte, würde er dafür sorgen, dass das kleine Loch, welches das Ende Jacks Schnorchels darstellte, nicht weiter auffallen würde und die Familienruhestätte drum herum gebaut werden würde. Jack würde nach wie vor Luft bekommen, aber trotzdem auf ewig im Beton gefangen sein und wieder und wieder und immer wieder sterben. Diesen Plan hatte sich Joe gut überlegt und als er den Betonmischer anschaltete und das kühle Gemisch in Jacks Loch schütten ließ, fühlte er keine Reue, kein Bedauern, kein schlechtes Gewissen. Er war zum ersten Mal, seitdem er vom Tode seines Sohns erfahren hatte, zufrieden.

Die TARDIS landete. Seufzend flackerte die blaue Zeitreisemaschine immer wieder auf dem alten, zusammengestürzten Friedhof auf, bis sie schließlich stehen blieb und die Türen sich öffneten. Der Doctor und Romana verließen das blaue Häuschen und schritten zwischen den Ruinen, all den kaputten und überwucherten Grabsteinen, herum und standen schließlich vor einer eingefallenen Gruft. Eine Inschrift war auf dem eingestürzten Eingang, aber man konnte nur noch die Worte Ruhet auf ewig entziffern.
„Hier ist es“ sagte der Doctor und deutete auf die Gruft.
„Hier ist was?“ entgegnete Romana verdutzt.
„Was auch immer die Anomalie hervorruft, es liegt hier begraben, unter all dem Schutt.“
Der Doctor stemmte eine schwere Marmorplatte beiseite und tastete den Boden ab.
„Es ist da drunter“ murmelte er.
„Da drunter? Unter dem Betonboden?“ Romana zog dem Doctor am Schal, damit dieser sich zu ihr umdrehte. „Meinst du nicht, wenn jemand das Was-auch-immer dort begraben und betoniert hat, dass er keinen guten Grund dafür hatte?“ Der Doctor überlegte kurz und zog seinen Schallschraubenzieher hervor. Prüfend schaute er auf sein Werkzeug und sagte schließlich: „Was auch immer dort unten ist, es liegt dort schon seit Jahrhunderten. Glaubst du wirklich dass die Menschen am Anfang des Einundzwanzigsten Jahrhunderts schon die Ausmaße so einer Anomalie einschätzen konnten?“
„Aber…“
„Kein Aber!“ Unterbrach der Doctor Romana barsch und schien sich entschieden zu haben „Wir graben es aus. Wir müssen ein Loch bohren, den Beton aufsprengen und den Schutt beseitigen. Das wird eine Menge Arbeit. Vielleicht kann uns K-9 dabei helfen?“ Romana nickte verstehend und ging zurück in Richtung TARDIS. Es dauerte nicht lange bis sie mit dem Roboterhund und etwas in der Hand zurück kram, was der Doctor nicht sofort einordnen konnte. Romana streckte die Hand aus und reichte dem Doctor einen metallenen Kreisel. Der Doctor wirkte verwirrt.
„Was soll ich…?“ begann er, doch K-9 unterbrach ihn sofort.
„Damit bohren wir ein Loch, Master“ trillerte der Roboterhund los. Stutzig blickte der Doctor auf seinen kleinen Begleiter.
„Damit?“ fragte er und deutete auf den Kreisel in Romanas Hand.
„Das ist korrekt.“ Antwortete K-9 brav und fuhr fort: „Damit und mit der Verstärkung durch ihren Schallschraubenzieher sollten wir durch den Beton kommen.“ Ein breites Grinsen fuhr durchs Gesicht des Doctors.
„Guter Hund.“ sagte er knapp und legte den Kreisel auf den Betonboden. Noch kurz gab der Doctor Handzeichen, als Warnung, so dass Romana und K-9 in Deckung gehen konnten, dann zückte er abermals seinen Schallschrauber und deutete auf den Kreisel, der vor ihm lag. Dem surren des Schraubers folgend, flog der Kreisel brummend in die Luft, nur um sich im Anschluss mit vollem Schwung in den Boden zu rammen. Der gesamte Untergrund vibrierte. Der Doctor blickte zu Romana und K-9 und grinste. Das war einfacher als er gedacht hatte.
„Das reicht.“ Sagte K-9 schließlich und der Doctor ließ den Schallschraubenzieher sinken. Augenblicklich hörte der Boden auf zu vibrieren.
Der Doctor ging zum frisch gebohrten Loch, schaute mit einem Auge hinein und sagte schließlich: „Jetzt bräuchten wir Sprengstoff.“ Romana kicherte, was den Doctor in ihre Richtung blicken ließ. Sie deutete auf K-9.
„Sprengung in fünf… vier…“ der Roboterhund fing an zu zählen und dem Doctor wurde klar, dass der Kreisel selbst der Sprengstoff war. Mit einen Hechtsprung rettete sich der Doctor zu Romana und K-9, noch bevor dieser „zwei… eins… JETZT!“ sagen konnte. Ein gewaltiger Knall, gefolgt von einer irren Erschütterung, welche die wenigen Grabsteine, welche noch standen, umwarf, brach auf den Friedhof hinein.
„Wir hätten vielleicht doch besser in Deckung gehen sollen.“ Hustete Romana und klopfte sich auf die Brust.
„Ich hätte nicht gedacht“ sagte der Doctor und blickte etwas verdutzt auf K-9 „dass die Explosion so heftig wird.“ K-9 blickte auf und antwortete knapp: „Sprengung erfolgreich.“
Die drei gingen gemeinsam zum Loch, welches nun aus dem Boden ragte. Vom Beton war kaum noch etwas zu sehen. Langsam lichtete sich der Staub, welcher durch die Explosion entstanden ist und sie konnten am Boden des Loches etwas erkennen. Nicht viel. Aber etwas. Kroch da nicht etwas hin und her? Der Doctor zückte eine Taschenlampe und leuchtete ins Loch. Der Anblick war grausig. Am Boden des Abgrunds befand sich eine riesige Blutlache, welche auch die Wände herum in schönem dunklem Rot zierte. In dieser riesigen roten Pfütze konnte der Doctor diverse Körperteile erkennen, jedoch hauptsächlich Matsch. Menschlicher, explodierter Matsch. Romana wandte sich angewidert ab, der Doctor zückte ein Taschentuch und hielt es sich vor das Gesicht – Nur K-9 blieb ruhig. Ruhiger als die besagten Körperteile. Denn die fingen an sich zuckend zu bewegen. Das Blut blubberte bedrohlich und plötzlich, wie aus dem besten Horrorfilm entsprungen, schnellte eine blutige Gestalt hervor und schnappte nach Luft. Romana schrie auf, der Doctor wich zurück. K-9 raste, ohne ein weiteres Wort zu sagen, zurück in die TARDIS. Die blutige Gestalt, richtete sich auf und währenddessen schien es so, als würde sie heilen. Immer mehr menschliche Züge kamen zum Vorschein. Haut wuchs über den blutigen Körper und bedeckte schließlich die Knochen, Adern und Muskeln, welche dieses Bildnis noch zuvor prägten. Schließlich, als wäre es das normalste auf der Welt, stand vor dem Doctor und Romana, in einem Loch, welches voll mit Blut gefüllt war, ein nackter Mann. Ganz so, als hätte er schon immer dort gestanden, als wäre dies sein Loch, als wäre es sein Hobby nackt in Löchern auf dem Friedhof zu stehen.

„Verdammt das hat gedauert!“ keuchte der Mann und blickte hinauf. Er schaute auf Romana, auf den Doctor, wieder auf Romana.
„Könntet ihr mich hier rausholen?“ rief er nach oben und ohne nachzudenken beugte sich der Doctor hinab und reichte ihm die Hand. Mit einem Sprung ergriff der nackte Mann die Hand und ließ sich herausziehen. Nun stand er vor ihnen. Nackt und mit von Blut bedeckten Füßen. Der Doctor reichte ihm seinen Mantel – eher damit Romana nicht mehr auffällig unauffällig weggucken musste und nicht, damit der Fremde neue Kleidung bekommt. Der Mantel schien dem Mann zu gefallen. Er drehte sich mehrmals um die eigene Achse und betrachtete sich selbst von oben herab. Grinsend sagte er schließlich „Neuer Körper? Der wievielte wäre das jetzt? Der elfte? Ich muss gestehen, das vorherige Modell hat mir deutlich mehr zugesagt, Doctor!“ Der Doctor wirkte sehr verdutzt. Er betrachtete den nackten Mann, der damit seinen Mantel vor ihm stand und antwortete nur knapp: „der vierte.“
Der Mann erstarrte. Er blickte den Doctor nun ernst an und sagte: „Das ist nicht gut, das ist gar nicht gut. Du kanntest mich damals in London noch nicht, ich bringe hier die Geschichte durcheinander.“ Der Doctor begriff was hier vor sich ging.
„Wir kennen uns. Aber das liegt noch in meiner Zukunft, nehme ich an?“
„So sieht es aus. Ist die TARDIS in der Nähe? Kannst du mich wo absetzen?“ Der Mann kam einen Schritt auf den Doctor zu und reichte ihm die Hand. „Ich bin übrigens Jack.“ Der Doctor erwiderte den Handschlag stumm, fügte dann aber hinzu: „Ich kann versuchen dich dorthin zu bringen, wo du hinmöchtest, Jack, ich kann es aber nicht versprechen. Du strahlst eine enorme zur Zeitanomalie gebündelte Energie aus. Das wird der TARDIS nicht gefallen. Ich musste sie schon manuell hierher steuern. Das Resultat war, dass ich mehrere Jahrhunderte später hier landete, als ich es beabsichtigt hatte.“
Jack rümpfte die Nase.
„Du hättest mich also schon früher retten können?“
„Vermutlich.“ Mischte sich nun Romana ein, die der Doctor fast vergessen hatte. Jack drehte sich nun zu ihr und gab auch ihr die Hand – Nicht ohne ihr zuzuzwinkern. Romana wurde ein wenig rot und unterbrach sofort den Augenkontakt.
„Wo willst du denn hin?“ sagte der Doctor schließlich und wies Jack an, ihm und Romana zur TARDIS zur Folgen, wo K-9 schon auf sie wartete.
„Cardiff, am besten so um Zweitausendsieben, Zweitausendacht herum.“ Antwortete Jack und betrat schließlich mit den beiden Time Lords die TARDIS. Die Klosterglocke ertönte. Scheinbar schien die TARDIS nicht mit Jack als Passagier einverstanden zu sein.
„Pssst, nur einen kleinen Trip, bitte.“ Flüsterte Jack in Richtung der TARDIS Wände und die Klosterglocke verstummte.
Er folgte dem Doctor zur Konsole und staunte nicht schlecht über die spartanische Ausführung des hellen Konsolenraums der TARDIS. Das war Jack nicht gewohnt, behielt dies aber für sich. Der Doctor bediente die Konsole und es dauerte nicht lange, bis die TARDIS landete. Prüfend blickte Romana auf den Monitor.
„Erde, Cardiff, Zweitausendsechs.“ Las sie ab und beobachtete wie Jack sich freute.
„Wartet hier bitte auf mich“ sagte dieser „Ich komme gleich wieder!“
Jack verließ die TARDIS und Romana ging auf den Doctor zu.
„Ich denke er ist eine Anomalie, ein Risiko und doch vertraust du ihm? Lässt ihn sogar in deine TARDIS?“
„Was es auch immer mit Jack auf sich hat, ich habe das Gefühl, dass er ein guter Kerl ist und dass ich für seine Situation irgendwann verantwortlich sein werde. So oder so, ich gehe davon aus, dass ich es sowieso irgendwann herausfinde.“ Der Doctor lächelte, was Romana die Sorgen nahm. Schließlich kam auch Jack zurück in die TARDIS. Er trug frische neue Kleidung und einen langen dunkelblauen Mantel.
„Die Sachen habe ich mir von mir selbst ausgeliehen“ trällerte er „das lustige ist, jetzt weiß ich auch endlich wo die damals abgeblieben sind! Ich hätte schwören können, dass Owen sie versteckt hatte, als Rache für… Ach lassen wir das.“ Er zog eine Flasche Champagner hervor und noch zugleich 3 Gläser aus seiner Manteltasche.
„Ein kleines Dankeschön, dass ihr mich gerettet habt.“
Freudig stieß Jack mit dem Doctor und Romana an, die beide keine besonders große Lust auf Champagner hatten, aber Jack diesen Gefallen tun wollten. Jack trank das Glas mit einem Zug leer und kramte anschließend wieder in seiner Tasche herum. Jetzt zog er ein Pfefferminz hervor, zumindest sah es aus wie eines. Er blickte auf die beiden Zeitwanderer und murmelte kurz „Sorry, hab nur noch eins.“ Bevor er es sich in den Mund schob.
„Ich werde dich besser nichts über meine Zukunft fragen“ begann der Doctor schließlich „aber machst du dir keine Sorgen, dass wir etwas Grundlegend verändert haben?“
Jack blickte auf den Doctor, der plötzlich einen gläsernen Blick bekam. Er hielt sich an der Konsole fest und Romana sich an ihm. Jack lächelte freundlich. Das war das letzte was der Doctor sah, bevor er ohnmächtig wurde. Behutsam fing Jack den Doctor und Romana auf und legte sie zu Boden.
„Das waren eine Menge Amnesie Pillen.“ Sagte Jack zu sich selbst und blickte auf die Champagnerflasche in seiner Hand. „Aber ihr Time Lords braucht ja doch eine höhere Dosis.“
Jack schaltete die automatische Steuerung der TARDIS wieder ein, woraufhin diese bedrohlich zu Piepen, tosen und vibrieren begann.
„Ist schon gut, ich verschwinde. Achte gut auf die Beiden!“ kicherte Jack, warf noch einen Blick auf die beiden am Boden liegenden und friedlich schlafenden Time Lords und fügte hinzu „bis zum nächsten Mal!“
Er verließ die TARDIS und diese konnte es offensichtlich gar nicht abwarten, so schnell wie möglich von Jack wegzukommen. Sobald er die Türen hinter sich geschlossen hatte, dematerialisierte die TARDIS. Wehmütig blickte ihr Jack noch hinterher und ging dann raschen Schrittes fort, um nicht Gefahr zu laufen, seinem Vergangenen selbst zu begegnen.

In der TARDIS war es totenstill. Der Doctor und Romana lagen schlafend vor der Konsole. Nur der kleine Roboterhund, der alles mit angesehen hatte, stand noch in der Ecke und blickte auf die Szenerie hinein. Seine Schaltkreise überlegten stark, wo er das gesehene abspeichern sollte. Schließlich, denn es war das logischste, entschied sich K-9 die letzten Stunden zu vergessen.

ENDE

 

 

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